Martin Luther schrieb seinen Kleinen Katechismus, ein einfaches Lehrbuch des christlichen Glaubens, 1529 nach einer der grossen Enttaeuschungen seines Lebens. Luther und seine Mitarbeiter wurden 1527 und 1528 aufgefordert von ihrem Fuersten, Visitationen der Kirchen Sachsens zu unternehmen. Die Befunde waren schwerwiegend enttaeuschend. Unwissenheit herrschte unter dem Klerus ebenso wie unter den Laien, und die Schulen lagen in Truemmern. Um dem Bedarf fuer populaeren Unterricht nachzukommen, entwurf Luther sofort Schautafel, die Erklaerungen der Zehn Gebote, des Vaterunsers und des Apostolischen Glaubensbekenntnisses in einfacher Sprache enthielten. Als seine Mitarbeiter ihre eigenen Bemuehungen Unterrichtsmaterial zu beschaffen verzoegerten, zog Luther seine Schautafel zusammen und veroeffentlichte sie als eine kurze einfache Auslegung des Glaubens.
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Der Katechismus enthaelt neun Teile; ein jeder besteht aus einer Reihe Fragen und Antworten. Diese Teile behandeln die Zehn Gebote, das Apostolische Glaubensbekenntnis, die heilige Taufe, das Vaterunser, Beichte und Absolution, und das heilige Abendmahl. Sie enthalten auch Anweisungen fuer Morgen- und Abendgebete, Tischgebete, und eine "Pflichtentafel" zusammegesetzt aus Bibelversen "auserwaehlt fuer die verschiedenen Staende und Zustaende der Menschen durch welche sie ermahnt werden moegen ihrer entsprechenden Pflichten."
Vieles vom Einfluss des Luthertums rund um die Welt kann dem Erfolge des Katechismus im Ausdruecken tiefsinniger Wahrheiten des Glaubens in einer Sprache die alle verstehen koennen nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu einigen Bekenntnissen der Reformierten, Luthers Kleiner Katechismus legt die Zehn Gebote aus zuvor er das Werk Christi beschreibt. Die Katechismusdarstellung des Glaubensbekenntnises konzentriert sich auf das freie Heilsgeschenk Christi. Und die Teile von der Taufe und dem Abendmahl legen die Ansichten, die Luther voellig entwickelte in seinen laengeren theologischen Werke, so aus, dass sie ein Mittelweg zwischen dem katholischem Sakramentalismus und dem blossen protestantischen Symbolismus sind.
Mark A Noll
Bibliographie:
T G Tappert, ED, das Buch der Übereinstimmung.
This presentation in the original English language
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